4. Griechische Hühner (Huenre von Kriechen)

Original Rezept

Diz heizzent huenre von Kryechen. Man sol huenre braten vnd ein fleisch eines swines, weich gesoten. vnd gehacket vnder ein ander. vnd nim einen vierdunc rosen dor zvo vnd nim yngeber vnd pfeffer vnd win oder ezzig vnd zucker oder honic vnd siede daz zvo sammene vnd gibs hin vnd versaltzez niht.

Übersetzung

Dies heißt Hühner vom Griechen. Man soll Hühner braten (und ausbeinen) und das weichgekochte und gehackte Fleisch eines Schweines. Dies wird miteinander gehackt und man gibt ein Viertel Pfund Rosen dazu. Und auch Ingwer und Pfeffer, Wein oder Essig, Zucker oder Honig und siede alles zusammen. Serviere es und versalze es nicht.

Nachkochen und Erfahrungsbericht

Bei diesem Rezept war mir am Anfang nicht ganz klar, was zu erwarten ist. Leider habe ich nicht heraus finden können warum es „griechisch“ heißt. Ich nehme an dies bedeutet so etwas wie „nach Griechischer/Byzantiner Art“. Beim Nachkochen brauchte es etwas Experimentieren aber am Ende war das Ergebnis ein überraschend Gutes!

Das große Fragezeichen in diesem Rezept waren die „Rosen“. Und diese werden in einer großen Menge (vierdunc, Viertel Pfund, ca. 125g) verlangt. Allerdings ist dies die einzige Mengenangabe im Rezept und da Hühner in der Mehrzahl genannt sind, wurde wahrscheinlich eine große Menge auf einmal hergestellt. Daher war die Menge „Rosen“ in Relation vielleicht gar nicht so viel. Aber die Frage bleibt, was genau damit eigentlich gemeint war. Es könnten Rosenblütenblätter gemeint sein, aber dann wäre dies wohl wirklich ein ansehnlicher Haufen. Oder waren vielleicht Hagebutten oder andere Rosenfrüchte gemeint? Dazukommt, dass „Rosen“ im ganzen Buch von Guter Speise nur in diesem Rezept hier genannt werden. Also eine seltene Zutat und daher schwer einzuordnen.

Das Hühner- und Schweinefleisch wurde nicht zu fein gehackt.

Ich wollte aber den Hagebutten nachgehen und habe deshalb einen Teil der „Griechischen Hühner“ mit Hagebuttentee zubereitet. Und das war definitiv ein Treffer! Dadurch war dieses Gericht im Ganzen runder und interessanter geworden.

Fazit: Dieses Gericht ist durch den Zucker/Honig und Wein/Essig eine Art süß-saure Fleischsoße. Der sauer-fruchtige Hagebuttentee hat das Ganze abgerundet und das gewisse Etwas gegeben und passte auch perfekt zu der Würze vom Pfeffer und Ingwer. Dieses Gericht ist ein sehr Mittelalterliches! Es passt gut zu rustikalem Brot oder natürlich als Teil einer mittelalterlichen Tafel.

Durch die Grundzutaten „gebratene Hühner“ und „gekochtes Schweinefleisch“ ist es auch gut zur Resteverwertung geeignet.

Griechische Hühner

Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde
Gericht: Main Course, Side Dish, Snack
Küche: German, Medieval

Zutaten
  

  • 200 g Hühnerfleisch gebraten, Siehe unten
  • 100 g Schweinefleisch weich gekocht. Siehe unten
  • 40 g Ingwer fein gerieben
  • 1 Teelöffel Pfeffer gemahlen
  • 200 ml Wein trocken, am besten Rosè
  • 2 Teebeutel Hagebuttentee
  • 80 g Honig
  • 2 Esslöffel Essig
  • 1 Prise Salz

Method
 

  1. Das Hühner- und Schweinefleisch mit dem Messer oder der Küchenmaschine nicht zu fein hacken.
  2. Das Fleisch mit dem Ingwer, Pfeffer, Honig, Wein und Hagebuttentee aufkochen und ohne Deckel köcheln lassen. Die Teebeutel nach etwa 5 Minuten entfernen. Die Flüssigkeit sollte nach etwa 20 Minuten größtenteils reduziert sein (Das ist wichtig, um den meisten Alkohol zu entfernen). Länger köcheln ist kein Problem.
  3. Mit dem Essig und dem Salz abschmecken. Heiß servieren.

Notizen

Das Schweinefleisch sollte nach Originalrezept weichgekocht sein. Deshalb kann man hier gut Reste verwerten. Oder man kocht das Fleisch in leicht gesalzenem Wasser oder Brühe vorher weich. Als Hähnchen kann man z.B. Brathähnchen weiter verwenden oder Fleisch kurz in der Pfanne anbraten. Hier ist eine lange Garzeit nicht wichtig.

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