43. Apfelkrapfen (Ein cluoge spise)

Original Rezepte

 Wilt du ein kluege spise machen, slahe einnen duennen teic von eyern vnd von schoenem melwe, mach daz dicke mit schoenem brote vnd ribe daz, schele sur epfele, scharbe sie groeber denne spec vf huenre, die menge dar zvo, nim einen leufel vnd fuelle den teyc vnd teilez vnd brat den in smaltze oder in butern, ab ez niht fleischtac ist, vnd gibz hin.

Übersetzung

Willst du eine kluge Speise machen, schlage einen dünnen teig von Eiern und feinem Mehl. Dicke dies mit feinem, geriebenem Brot an. Schäle saure Äpfel. Reibe sie grober als Speck auf Hühnern (Größenangabe, wahrscheinlich eher grob). Dies vermenge miteinander. Nimm einen Löffel, fülle den Teig und teile. Brate dies in Schmalz oder in Butter, wenn es kein Fleischtag ist und serviere.

Nachkochen und Erfahrungsbericht

Erst dachte ich, das sind doch Apfelpfannekuchen aber beim Nachkochen wurden einige Unterschiede sehr deutlich. Der erste Unterschied war dass man keine Flüssigkeit (Milch oder auch Wasser) verwendet. Der Teig besteht also erstmal nur aus Eiern und Mehl. Und dieser soll „dünn“ sein. Daher braucht man also relative viele Eier und nicht zu viel Mehl. Dann gibt man geriebenes Brot/Paniermehl dazu bis der Teig wieder dick ist. Der Teig hat also nicht viel mit Pfannekuchen gemein und deshalb habe ich dieses Gericht lieber „Apfelkrapfen“ genannt.

Im Original war dieses Gericht mit „eine kluge Speise“ überschrieben. Diese Überschrift findet sich mehrmals in Buch von Guter Speise. Allerdings hat sich das Wort „klug“ in den letzten 700 Jahren in seiner Bedeutung gewandelt. Im Mittelalter konnte es vieles bedeuten, z.B. zierlich, zart, hübsch, schön, gutaussehend, kostbar, edel, tapfer, höfisch. „Klug“ oder „weise“ natürlich auch. Also ein Wort das etwas Positives beschreibt.

Die Äpfel (hoffentlich) in Speck-auf-Hühnern-Größe.

Die größte Unklarheit im Rezept war dieses Mal was „Speck auf Hühnern“ bedeutet. Dies ist anscheinend eine Größenangabe und ich habe es „als nicht zu fein“ interpretiert. Deshalb habe ich die Äpfel mit der groben Seite der Reibe gerieben.

Der Teig mit den Äpfeln.

Die Äpfel werden zum Teig gegeben, vermischt und in Schmalz oder Butter (wenn kein „Fleischtag“, also Fastentag ist) ausgebacken. Zucker wird im Rezept nicht genannt. Die fertigen Krapfen sind fest und saftig; geradezu herzhaft, wenn man hineinbeißt. Nur leicht süß-säuerlich. Etwas überrascht musst ich feststellen, dass ich mir diese Krapfen durchaus als Beilage zu herzhaften Gerichten vorstellen kann. Etwas dass ich in Zukunft mal ausprobieren muss. Als Dessert sind sie aber natürlich auch geeignet und mit etwas Honig oder Zucker bestreut, schmecken sie recht vertraut. Ich hatte noch Quittenhonig übrig und der hat hier sehr gut funktioniert. Andere Marmeladen funktionieren sicher auch sehr gut.

Feste und doch saftige Krapfen.

Apfelkrapfen

Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Portionen: 4
Gericht: Dessert, Side Dish, Snack
Küche: German, Medieval

Zutaten
  

  • 4 Stück Eier
  • 80 g Weizenmehl
  • 70 g Semmelbrösel
  • 2 Stück Äpfel Granny Smith
  • 3 Esslöffel Butter zum Braten

Method
 

  1. Aus den Eiern und Mehl einen Teig rühren. Die Semmelbrösel darunter mischen.
  2. Die Äpfel schälen, grob reiben und mit dem Teig vermischen.
  3. Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen. Den Apfelteig löffelweise in die Butter geben, leicht ausbreiten und goldbraun backen. Dabei mehrfach wenden.
  4. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Warm servieren. Marmelade, Honig oder Zucker dazu reichen.

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