80. Nussmus (Wilt du machen ein nuezzemuos)

Original Rezept

Wilt du machen ein nuezzemuos, so nim nuezze kern vnd stoz die cleine vnd slahe sie durch ein tuoch mit eyner suezzen zamen milich vnd mit einer brosmen semeln brotes, wol gesoten in eyme hafen. vnd gibe smaltz genuoc dran. vnd mit eyer totern wol abe geruert vnd wol geverwet mit saffran.

Übersetzung

Wilst du ein Nussmus machen, so nimm Nusskerne und zerstoße sie fein. Schlage sie durch ein Tuch mit einer süßen, flüssigen (nicht klumpig) Milch. Gib Brösel aus Semmelbrot dazu und koche es gut in einem Topf. Gib genügend Schmalz dazu. Verrühre es gründlich mit Eidottern und färbe es kräftig mit Safran.

Nachkochen und Erfahrungsbericht

Ein einfaches Rezept und eines der wenigen, das Nüsse verwendet. Die „Nüsse“ sind leider nicht spezifiziert, deshalb habe mich für Haselnüsse entschieden. Wallnüsse wären bestimmt auch eine gute Option.

Es wird wieder eine Nussmilch hergestellt, ähnlich der allgegenwärtigen Mandelmilch aber dieses Mal werden die gemörserten Nüsse direkt mit Kuhmilch durch ein Tuch gedrückt. Das deutet darauf hin, dass die Nüsse ein wichtiger Geschmacksbestandteil sind und nicht wegen ihrer „Milch“ verwendet werden. (Die Nussreste kann man wieder in Granola, Kuchen oder Brot weiterverwenden.)

Dem Rest des Rezepts ist relativ klar zu folgen. Die Eidotter direkt im heißen Brei aufzuschlagen hat auch gut funktioniert, da die Konsistenz wegen des Brotes schon nicht homogen ist. Den Safran habe ich aber für etwa 10 Minuten vorher in etwas Wasser eingeweicht, damit dieser mehr Zeit hat sich zu rehydrieren.

Unklar ist, ob dieses Rezept Zucker oder andere Süßungsmittel verwendet. „Süße“ Milch muss nicht unbedingt „gesüßt“ bedeuten, sondern könnte auch darauf hinweisen, dass die Milch nicht sauer sein darf. Also frische Milch. Anderseits gehe ich davon aus, dass dies eine Süßspeise war, da es sehr dem Caleus ähnelt. Aus diesem Grund würde ich es mit Zucker bestreut servieren.

Das Ergebnis ist ein kräftig gelber Brei, der von der Konsistenz her an Grießbrei erinnert. Das Safranaroma kommt auch deutlich durch. Der Nussgeschmack ging etwas unter. Deshalb würde ich beim nächsten Mal die Nüsse vorher rösten, um mehr davon zu haben. Ein einfaches aber wesentlich interessanter Rezept als der oben erwähnte Caleus. Und von der Farbe her auch ein Hingucker.

Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Portionen: 2
Gericht: Dessert
Küche: German, Medieval

Zutaten
  

  • 100 g Haselnüsse optional: geröstet
  • 300 ml Vollmilch
  • 50 g Semmelbrösel
  • 2 Esslöffel Butter
  • 2 Stück Eidotter
  • Teelöffel Safran gemahlen oder 3-4 Fäden

Method
 

  1. Optional: Die Haselnüsse für 30 Minuten bis über Nacht in Wasser einweichen. Danach das Wasser abschütten.
  2. Den Safran in etwas Wasser (1-2 Esslöffel) einweichen.
  3. Die Milch auf die Haselnüsse schütten und gründlich zerkleinern (Mörser, Pürierstab oder Mixer). Das ganze durch ein Käsetuch drücken; die Flüssigkeit in einem Topf auffangen.
  4. Die Semmelbrösel und Butter dazugeben und bei mittlerer Hitze unter Rühren aufkochen. Die Eidotter mit dem Schneebesen einrühren, den Safran dazugeben. Noch einmal aufkochen lasse und in Schälchen portionieren. Kalt oder warm servieren. Mit Zucker bestreuen oder Zucker dazu reichen.

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