12 a. Birnenhonig (Ein gute fülle)

Original Rezept

Wiltu machen ein spise, besnide biern schone vnd spalt in viere vnd lege sie in einen hafen vnd bedecke den hafen vnd becleibe ez mit teyge, daz der bradem iht vz muege. Denne bestuertze den hafen mit einer witen stuertzen vnd lege dar vemme glueende koln vnd laz ez langsam backen. so nim denne die birn her vz vnd tuo reines honiges dor zvo also vil als der birn ist vnd suede ez mit ein ander, daz ez dicke werde, vnd gibz hin. Conf. Also mahtu auch von epfeln vnd von kueten, aber man sol pfeffers genuoc dar zvo tuon.

Übersetzung

Willst du eine Speise machen, schneide schöne Birnen in Viertelspalten und lege sie in einen Topf. Bedecke den Topf mit Teig, aber so dass der Dampf nicht entweichen kann. Dann bedecke den Topf mit einem weiten Deckel und lege darauf glühende Kohlen und lass dies langsam backen. Dann nimm die Birnen heraus und gib reinen Honig dazu, in der gleichen Menge wie die Birnen. Siede dies miteinander bis es dick wird und serviere. Auch geht dies mit Äpfeln oder Quitten aber man soll dann Pfeffer dazu tun.

Nachkochen und Erfahrungsbericht

Dies war ein recht einfaches Rezept, wenn man es für eine moderne Küche anpasst. Eigentlich sind es einfach gebackene Birnen die 1:1 mit Honig zu einer Art Marmelade gekocht werden (alternativ auch mit Äpfeln oder Quitten + Pfeffer – das muss ich auch ausprobieren!). Der aus heutiger Sicht etwas seltsame Teil ist, dass man einen Teig als Topfdeckel verwendet. Dies war aber im Mittelalter nicht unüblich und Teig wurde für alles Mögliche verwendet, so zum Beispiel als gebackener Fladen als Essteller oder wie hier eben zum Abdichten eines Topfes. Allerdings macht ein Teigdeckel nicht mehr wirklich Sinn, wenn man einen Topf auch mit einem gutsitzenden Deckel oder Alufolie abdichten kann. Dementsprechend kann man den Teig auch weglassen, da dieser kaum Auswirkungen auf das Resultat hat.

Im Rezept unten habe ich den Topf für zwei Stunden bei 180 Grad in den Ofen gestellt, das hat zu schön karamellisierten Birnen geführt. Schwer zu sagen, ob das so authentisch ist oder eben nicht aber das Ergebnis war auf jeden Fall sehr gut! Wie eine Birnenmarmelade aber mit deutlicher Honig- und leichter Karamellnote. Jetzt muss ich das Ganze auch mit Quitten und Pfeffer ausprobieren.

Die Birnen nach dem Backen.

12. Birnenhonig (Ein gute fülle)

Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 2 Stunden 30 Minuten
Gericht: Dessert
Küche: German, Medieval

Zutaten
  

  • 3 Stück Birnen
  • 130 g Honig

Method
 

  1. Ofen auf 180°C vorheizen.
  2. Birnen schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und in einen Topf geben. Mit einem gut schließenden Deckel abdecken. (Alternativ: Gut mit Alufolie verschließen.) Für 2 Stunde backen.
  3. Den Topf aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Den Deckel entfernen und die Quitten zerstampfen. Abwiegen und Honig in gleicher Menge hinzugeben. Das ganze unter rühren aufkochen und etwa 10 Minuten köcheln lassen.
  4. Zur Lagerung heiß in Gläser füllen oder sofort servieren.

Ein Kommentar zu „12 a. Birnenhonig (Ein gute fülle)“

  1. […] ist die zweite Version dieses Rezeptes (die erste ist hier zu finden: https://vonguterspeise.de/de/2025/10/31/12-ein-gute-fuelle-birnenhonig/) und wurde dieses Mal anstatt mit Birnen, mit Quitten und Pfeffer gemacht, so wie es am Ende der […]

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