11. Eine gute Speise von Hühnern (Ein gut spise von hüenern)

Original Rezept

Eyn gebraten huon zelide cleyne, nim wizzez brot, mache einen duennen eyer teic, saffran vnd pfeffer stoz vnd tuo daz zvo sammene vnd mengez wol in einem vazze. vnd nim einen moerser mit frischem smaltze vnd stoz diz alzvo male vnd ebenez oben mit einer kellen vnd deckez mit einer schuezzeln vnd kere den moerser dicke vemme gen dem fuere, daz er glich heiz habe vnd weich blibe. als er harte werde, so seige denne abe das smaltz vnd schuete daz huon in ein schuezzeln vnd gibz hin.

Übersetzung

Zerlege ein gebratenes Huhn in kleine Stücke. Nimm weißes Brot. Mache einen dünnen Eierteig. Zerstoße Saffran und Pfeffer und gib es dazu. Vermenge alles zusammen in einem Gefäß. Nimm einen Mörser mit frischem Schmalz und zerstoße darin alles zusammen. Streiche die Oberfläche mit einer Kelle glatt und bedecke sie mit einer Schüssel. Platziere den Mörser nah am Feuer, sodass er sich sanft aufheizt und alles weich bleibt. Wenn es hart wird, so seihe das Schmalz ab und schütte das Huhn in eine Schüssel und serviere.

Nachkochen und Erfahrungsbericht

Das war wieder ein interessantes Gericht. Im Prinzip ist dies eine Art Ofen-Omelette mit Hühnerfleisch aber der ungewöhnlichste Teil war der Safran. Dieser ergab einen ungewöhnlichen Geschmack für Hähnchen und Ei aber definitiv nicht schlecht, eher überraschend. Zumal hatte das ganze durch den Safran eine sehr schöne gelbe Farbe. Pfeffer kann ruhig reichlich dazugegeben werden, da dies das einzige andere Gewürz ist.

Im Rezept wird beschrieben, dass der Mörser zum Garen neben dem Feuer stehen soll und nicht etwa darüber oder im Ofen. Um dies zu simulieren, habe ich hier niedrige 100°C im Ofen gewählt. Diese schonende Methode hat dazu geführt, dass das Fleisch schön saftig bleibt und die Eier nicht zu fest. Auch das Brot. dass unter die Masse gemischt wurde, hat zur Saftigkeit beigetragen.

Alles in allem ein schönes und interessantes Gericht und dazu eines der Rezepte dem man gut folgen konnte (und sollte). Dies ist natürlich auch eine gute Möglichkeit zur Resteverwertung vom Brathähnchen.

Leuchtend gelb und wohlschmeckend war dies bestimmt ein Highlight auf der mittelalterlichen Tafel.

Eine gute Speise von Hühnern

Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde
Portionen: 2
Gericht: Main Course
Küche: German, Medieval

Zutaten
  

  • 180 g Hähnchenfleisch, gebraten
  • 40 g Weißbrot ohne harte Rinde
  • 2 Stück große Eier
  • 60 ml Milch oder Wasser
  • 3 Fäden Saffran
  • 2 g Pfefferkörner
  • 30 g Schmalz oder Butter
  • 1 Prise Salz

Method
 

  1. Den Ofen auf 100℃ vorheizen.
  2. Das Hähnchen in kleine Stücke reißen. Das Weißbrot in kleine Würfel schneiden.
  3. Den Pfeffer mit dem Saffran in einem Mörser gründlich zerstoßen. Die Milch/ Wasser und die Eier dazugeben und verrühren. Die Prise Salz dazugeben (oder auch mehr, abhängig davon wie salzig das Hähnchenfleisch bereits ist). Das Hähnchenfleisch und die Brotwürfel dazugeben und gründlich vermischen.
  4. In einer feuerfesten Form oder Schüssel mit rundem Boden (um die Form eines Mörsers nachzuahmen) die Butter schmelzen. Die Hähnchen-Eiermasse darauf verteilen und glattstreichen. Die Schüssel mit einem Teller zudecken und in den Ofen stellen. Für etwa 60 Minuten bei 100℃ backen oder bis die Masse gerade gestockt ist.
  5. Zum Anrichten, das meiste des Fettes an der Oberfläche entfernen (falls vorhanden) und auf einen Teller stürzen. Nach Belieben garnieren.

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