Original Rezept
Der woelle machen ein vial muos, der neme ein dicke mandel milich wol gerueret mit rismele vnd tuo dor in smaltzes genuoc. vnd ferwez wol mit fial bluomen. daz ist ein fial muos gantz.
Übersetzung
Der ein Veilchenmus machen möchte, der nehme eine dicke Mandelmilch, die gründlich mit Reismehl verrührt wurde und gib genügend Schmalzes dazu. Färbe es gründlich mit Veilchenblüten. Das ist ein Veilchenmus.
Nachkochen und Erfahrungsbericht
Dies ist ein recht einfaches Fastenrezept. Aus heutiger Sicht braucht es aber doch relativ viel Aufwand für diesen Brei, wenn man die Mandelmilch auch selber macht, Das sollte man in diesem Fall aber auch, da eine „dicke“ Mandelmilch verlangt wird und fertig gekaufte sehr dünn ist.
Das andere Problem sind die Veilchenblüten, die man ja nicht einfach im Gewürzregal findet. Ich habe nur kandierte Blüten im Internet gefunden. Diese sind natürlich nur bedingt ein Ersatz für frische Blüten, von denen man auch größere Mengen verwenden könnte. Ich könnte mir vorstellen, dass ein paar Veilchenpastillen hier sehr gut funktionieren könnten. Leider gibt es diese auch nicht mehr so häufig. Aber wenn ich in Zukunft welche finde. werde ich dies bestimmt ausprobieren.
Von Zucker oder Salz ist im Rezept keine Rede. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dies ein herzhaftes Gericht war. Deshalb denke ich, dass die Zuckerzugabe entweder vorausgesetztes Wissen war oder dass am Tisch nachgesüßt wurde. Auch Ist dieses Rezept direkt nach mehreren Blamensir-Rezepten angeordnet, die ja oft recht stark gezuckert wurden. Aber trotzdem habe ich nur relativ wenig Zucker benutzt, was auch gut funktioniert hat, meiner Meinung nach.
Aber zum Nachkochen: Wenn man die Mandelmilch und Reismehl (das ich von „normalem“ Langkornreis hergestellt) fertig hat, ist der Rest schnell gemacht, da man einfach alles zusammen aufkocht und 15 Minuten köcheln lässt. Das Ergebnis ist dann ein Brei, der an Grießbrei erinnert, mit leicht blauer Farbe und leichtem Veilchengeschmack. Auch die konzentrierte Mandelmilch schmeckt man deutlich durch. Deshalb sollte man diese auch selbst machen. Insgesamt ein leckerer Brei, der relativ bescheiden daherkommt, aber dennoch etwas ungewöhnlich ist.

Zutaten
Method
- Die Mandeln mit kaltem Wasser bedecken und über Nacht einweichen lassen.
- Den Reis für mindestens 30 Minuten in kaltem Wasser einweichen.
- Die Mandeln abschütten und zusammen mit dem 450 ml Wasser und der Prise Salz gründlich mit dem Stabmixer (oder Standmixer) pürieren, bis sich eine Mandelmilch bildet.
- Ein Tuch (am besten ein Cheese Cloth) in einer Schüssel ausbreiten, die Mandelmilch hineingießen und das Tuch gründlich ausdrücken. Die Flüssigkeit auffangen. Dies ist die fertige Mandelmilch. Bei mir ergab dies ca. 330 ml.
- Den Reis abgießen und zur Mandelmilch geben. Mit dem Stabmixer für ca. 30 Sekunden zerkleinern.
- Die Mandelmilch mit dem Reis, Butter und Zucker unter Rühren aufkochen. Die Veilchenblüten zugeben und für ca. 15 Minuten köcheln lassen.
- In Schälchen gießen. Heiß oder kalt genießen.


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