5a. Heidnischer Kuchen (Heidenische kuchen)

Original Rezept

Diz heizzent heidenisse kuochen. Man sol nemen einen teyc vnd sol duenne breiten. vnd nim ein gesoten fleisch vnd spec gehacket vnd epfele vnd pfeffer vnd eyer dar in. vnd backe daz vnd gibes hin vnd vnd versirtez niht.

Übersetzung

Dieser heißt heidnischer Kuchen. Man nehme einen Teig und rolle diesen dünn aus. Dann gibt man gekochtes Fleisch, gehackten Speck, Äpfel, Pfeffer und Eier da hinein und backe es. Serviere und beschädige es nicht.

Nachkochen und Erfahrungsbericht

Dieses Rezept ist den „Fladen“ im zweiten Teil des Buches von guter Speise sehr ähnlich. Allerdings ist dieses wohl sehr wahrscheinlich als Pastete zu verstehen; also eine Art gedeckter Fladden. Darauf deutet zu einen der Name „Kuchen“ hin und zum anderen wird die Füllung „dar in“ gegeben anstatt „darauf“. Leider wird aber nicht beschrieben, wie der dünn ausgerollte Teig zum Kuchen wird. Immerhin wird aber darauf hingewiesen, dass man Ihn nicht beschädigen soll, also sollte er wohl im Ganzen und wahrscheinlich auch dekoriert serviert werden.

Einer der Kuchen vor dem Backen.

Aber auch andere Dinge, lassen Interpretationsspielraum: Zum einen, ist die Füllung eher grob gehalten wird oder fein gehackt? Nur der Speck wird explizit im Rezept gehackt. Deshalb habe ich beides ausprobiert und mir gefiel die fein gehackte variante wesentlich besser, da dann die Süße des Apfels besser verteil und damit angenehmer war. Dann, welches Fleisch soll man verwenden? Ich habe Schwein gewählt, da dies wohl recht gut zu dem Apfel passt. Auch Geflügel sollte gut funktionieren. Da das Fleisch bereits gegart in die Füllung gegeben wird, bietet sich dieses Rezept natürlich auch als Restverwertung an.

Die Füllungsvarianten: Links die grobe Version und rechts die feine Variante.
Die Füllungsvarianten nach dem backen: Links die grobe und rechts die feine Variante.

Der Teig wird auch nicht näher beschrieben, aber dies ist im ganzen Buch stehts ein Problem. Meist bekommt man nicht mehr Informationen als „dünn“ oder „derb“. Deshalb kann man Mehl nach Wahl verwenden. Ich habe dieses Mal Weizen und Roggenmehl 1:1 verwendet, da das Roggenmehl einen etwas rustikaleren Geschmack in den Teig bringt. Als Triebmittel könnte man Sauerteig verwenden oder auch Hefe. Beides war bekannt und besonders Hefe einfach verfügbar, da diese beim Bierbrauen übrigbleibt.

Ein Kuchen nach dem Backen.

Dieses Rezept war wieder eines, das Spaß gemacht hat und mir eine neue Geschmackskombination gezeigt hat. Der Apfel in der Füllung bringt eine angenehme Saftigkeit in die Füllung und die Süße hat gut harmoniert. Der Apfel sollte aber eher säuerlich sein, da es durchaus zu süß werden kann.

Außerdem waren die Reste am nächsten Tag auch sehr lecker und lassen sich gut kalt essen. Daher kann man diese Heidnischen Kuchen auch gut als Proviant auf Wanderungen mitnehmen.

Heidnische Kuchen

Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde 20 Minuten
Portionen: 2
Gericht: Main Course, Snack
Küche: German, Medieval

Zutaten
  

  • 180 g Mehl Weizen und Roggen 1:1
  • 100 ml Wasser lauwarm
  • ½ Esslöffel Öl
  • Teelöffel Trockenhefe
  • 1 Prise Salz
  • 350 g Schweinekotelett Oder 200g gegartes Fleisch vom Vortag
  • 80 g Speck, gewürfelt
  • ½ Stück Apfel, säuerlich
  • 2 Stück Eier Für Füllung und Bestreichen
  • Salz und Pfeffer

Method
 

  1. Aus dem Mehl, Wasser Hefe, Salz und Öl einen Teig kneten und etwa 1 Stunde gehen lassen.
  2. Das Fleisch garen: Entweder im Druckkochtopf (45 Minuten mit 300 ml Wasser) oder im Kochtopf (1.5 Stunden, oder bis es weich ist köcheln lassen). Etwas abkühlen lassen. Alternativ gegartes Fleisch vom Vortag verwenden.
  3. Ofen auf 180 ℃ Umluft vorheizen.
  4. Füllung in einer Schüssel vorbereiten: Den Apfel schälen, und ohne Kerngehäuse in kleine Stücke schneiden. Den Speck hacken und dazu geben. Das Fleisch in kleine Stücke reißen und dazugeben. Ein Ei drunter mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  5. Optional aber empfohlen: Die Masse in der Küchenmaschine etwas mehr zerkleinern oder mit dem Messer alles zusammen hacken.
  6. Den Teig in zwei gleiche Teile teilen und ausrollen. Rund zuschneiden und die Abschnitte wieder zu einer kleineren Scheibe ausrollen. Jeweils die Hälfte der Füllung auf die größeren Teigscheiben geben und die kleinen Scheiben darauflegen. Die Ränder hochklappen, um den Kuchen zu verschließen. Ein kleines Loch in die Mitte stechen.
  7. Das andere Ei aufschlagen und damit die Kuchen bestreichen. Bei 180 ℃ für etwa 20 Minuten backen.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Website von Guter Speise

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen