Original Rezept
Nim gebratene birn vnd sure epfele vnd hacke sie kleine, vnd tuo dar zvo pfeffer vnd enis vnd ro eyer. snit zwo duenne schiben von schoenem brote, fuelle diz da zwischen niht vollen eines vingers dicke, mache ein duennez blat von eyern vnd kere daz einez dar inne vemm vnd backez mit butern in einer pfannen, biz daz ez rot werde, vnd gibz hin.
Übersetzung
Man nehme gebratene Birnen und saure Äpfel und hacke sie klein. Dazu gibt man Pfeffer und Anis und rohe Eier. Schneide zwei dünne Scheiben von schönem Brot. Fülle zwischen diese einen Finger dick (die Apfelmasse). Mache einen dünnen Teig von Eiern und wende das (gefüllte Brot) darin. Backe es in Butter in einer Pfanne bis das es rot (goldbraun) ist und serviere.
Nachkochen und Erfahrungsbericht
Dieses Rezept hat mich mehrere Tage beschäftigt und war schwieriger als gedacht. Ich war erst sicher, dass dies eine Art Armer Ritter oder French Toast ist, aber nach dem Nachkochen bin ich unschlüssig, ob dies wirklich als Süßspeise gedacht war. Von Zucker ist nämlich keine Rede und es werden explizit saure Äpfel verwendet. Das Ergebnis war eher fruchtig-sauer und hatte mit Armer Ritter wenig zu tun.

Auch wird extra wenig Brot (dünne Scheiben) verwendet, aber fingerdick die Birnen-Apfelmasse eingefüllt. Auch die Gewürze (Pfeffer und Anis) sind nicht unbedingt typisch für Süßspeisen. Anis ohne Zucker ist doch recht herb. Das ganze zu Braten war auch eine Herausforderung und ging erst beim zweiten Mal gut da es nicht gut zusammenhält.
Außerdem finde ich interessant, wie sich die Bezeichnung der Farbe für das Anbraten gewandelt hat. Heute sagen wir „goldbraun“ anbraten, in Henriette Davidis Praktisches Kochbuch von 1849 schreibt sie braten, bis es „gelb“ wird. Und im Buch von Guter Speise heißt es stattdessen „rot“ braten. Aber das nur als kleine Anekdote am Rande.
Ich habe dieses Rezept mit grauem und weißem Brot versucht. Das weiße Brot war besser und wohl auch authentischer da „schönes“ Brot verwendet werden soll.

Dies war ein interessantes Experiment aber eines das mich etwas ratlos zurücklässt, da ich nicht genau weiß wie es einzuordnen ist. Aus heutiger Sicht würde ich es wohl mit Zucker und Zimt bestreuen und den Pfeffer weglassen. Aber vielleicht war diese Speise von Birnen eigentlich als Beilage zu deftigem Essen gedacht?

Zutaten
Method
- Die Birnen schälen, Kerngehäuse entfernen und in grobe Scheiben schneiden.
- Einen Esslöffel Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze zerlassen und die Birnen darin ca. 15 Minuten anbraten bis sie leicht braun werden. Danach etwas abkühlen lassen.
- Den Apfel schälen, Kerngehäuse entfernen und in grobe Stücke schneiden. In der Küchenmaschine zusammen mit den Birnen kleinhäckseln (oder mit dem Messer fein hacken).
- Die Masse mit einem Ei, dem Pfeffer und dem Anis vermengen. Optional: das Brot entrinden. Vier der Brotscheiben mit der Masse fingerdick bestreichen und mit den verbliebenen Brotscheiben belegen. Leicht andrücken, so dass die Masse gleichmäßig verteilt ist.
- Butter in einer Pfanne bei niedriger bis mittlerer Hitze auslassen. Aus drei Eiern und dem Mehl einen dünnen Teig schlagen. Die gefüllten Brote darin von allen Seiten wälzen (das ist etwas fummelig) und in die Pfanne geben.
- Langsam braten lassen und dabei mehrmals wenden. Es dauert einige Zeit, bis die Masse durch ist. Bei mir hat es etwa 15 -20 Minuten gedauert. Warm servieren.


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