Original Rezept
Nim gesoten erbeiz vnd slahe die durch ein sip, slahe als vil eyer dor zvo als der erweiz si vnd suedez in butern niht alzvo feizt. laz sie kueln, snit sie an mursel vnd stecke sie an einen spiz, brat sie wol vnd beslahe sie mit eyern vnd mit krute, gib sie hin.
Übersetzung
Nimm gekochte Erbsen und schlage sie durch ein Sieb. Schlage so viel Ei dazu, wie Erbsen da sind (1:1). und siede dies in Butter, nicht allzu fett. Lass sie abkühlen. Schneide sie in Stücke und stecke sie auf einen Spieß. Bestreiche sie mit (geschlagenen) Eiern und Kräutern und brate sie gründlich. Serviere.
Nachkochen und Erfahrungsbericht
Dies ist ein Omelett-Rezept mit zwei Besonderheiten: Zum einen werden gekochte Erbsen eingebacken und zum anderen wird es ein zweites Mal am Spieß gebraten. Deshalb war es auf den ersten Blick ein recht einfaches Rezept aber beim Rekonstruieren wurde es dann doch interessant. Denn das zweite Braten am Spieß ließ darauf schließen, dass dies ursprünglich am offenen Feuer gemacht wurde. Aus diesem Grund musste ich etwas improvisieren.
Aber der Reihe nach. Die Erbsen werden also gekocht und „durch ein Sieb geschlagen“. Das hat wahrscheinlich den Grund, die Schalen der Erbsen vom weichen Inneren zu trennen. Es ist anzunehmen, dass die Erbsen im Mittelalter noch nicht so zart gezüchtet waren wie heute, daher ist dieser Schritt heute nicht mehr notwendig. Aber ich habe die Erbsen trotzdem mit der Gabel zerdrückt, um Nahe am Rezept zu bleiben.
Erfreulich war, wieder eine Mengenangabe (Eier zu Erbsen 1:1) zu finden und das Omelett war einfach herzustellen, dass ich bei geringer Hitze langsam habe stocken lassen. Überhaupt braucht dieses Rezept jede Menge Zeit.

Das Omelett lässt man dann auskühlen, schneidet es in Stücke und steckt diese auf einen Spieß um es sie ein zweites Mal mit Eiern bestrichen zu braten. Ich denke, dies macht nur Sinn, wenn der Eierspieß am Feuer gebraten wird. Um dies zu simulieren habe ich das Ganze unter dem Backofengrill gemacht und aus Alufolie eine einfache Spießauflage gebaut. Das braucht auch wieder Zeit, da der Spieß bei jedem bestreichen gewendet werden muss. Ich habe den Spieß insgesamt sechs Mal bestrichen und gewendet und jeweils für drei Minuten gegrillt, bis das geschlagene Ei aufgebraucht war. Von diesem ist allerdings das meiste vom Omelett getropft. Das würde natürlich besser funktionieren, wenn der Spieß ständig gedreht werden würde.

Fazit: Das Ergebnis war geschmacklich nicht besonders aufregend da es doch immer noch ein Erbsenomelett ist. Das zweimalige Braten hat hauptsächlich ein attraktiveres Aussehen mit sich gebracht. Daher ist dies ein sehr interessantes Rezept, da mit relativ einfachen Zutaten ein großer Aufwand betrieben wurde, um daraus etwas Repräsentativeres zu machen. Ein Luxus den sich die mittelalterliche Oberklasse leisten konnte.


Zutaten
Method
- Die Erbsen für ca. 10 Minuten in Wasser weichkochen.
- Das Wasser abschütten und die Erbsen etwas abkühlen lassen.
- Die Erbsen mit der Gabel nicht zu fein zerdrücken und mit zwei Eiern und der Prise Salz gründlich vermischen.
- Den Teelöffel Butter in einer kleinen Pfanne (am besten rechteckig) mit mittlerer Hitze schmelzen. Die Eier-Erbsenmasse hineinschütten und die Hitze reduzieren. Die Masse langsam stocken lassen (ca. 10 Minuten). Eventuell einmal wenden.
- Das Omelett aus der Pfanne nehmen und erkalten lassen. Den Backofengrill auf 150℃ vorheizen.
- In gleichmäßige Quadrate schneiden. Ca. 4cm Kantenlänge haben bei mir gut funktioniert.
- Die Quadrate auf zwei parallele Holzspieße stecken. Ein Backblech mit Alufolie belegen und zwei abgeflachte Bälle aus Alufolie formen, auf denen die Spieße aufliegen können.
- Den Omelettspieß auf das präparierte Backblech legen. Ein Ei mit der Petersilie und dem Pfeffer gründlich verquirlen und das Omelett damit bestreichen. Die Holzspießenden mit etwas Alufolie abdecken, damit sie nicht verbrennen. Das ganze auf der obersten Schiene in den Ofen schieben und für 3 Minuten grillen. Herausnehmen, den Spieß umdrehen, mit Ei bestreichen und für weitere 3 Minuten grillen. Dies wiederholen, bis das Ei aufgebraucht ist (ca. sechs mal). Heiß servieren.


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